Wieso ist es nur so schwierig, mit Leuten zu diskutieren? Eigentlich liebe ich es ja mit Freunden zu reden und Themen anzugehen. Nur war es gestern Abend wieder so weit, dass es wieder in intensive, gefühlsaufwirbelnde Bahnen ging und alles in Frage gestellt wurde.
Es ist anstrengend, oh ja, Gespräche sollen und dürfen auch intensiv sein, aber manchmal wird es zuviel, diesen Punkt gibt es einfach. Der liegt irgendwo da, wenn es das ganze Leben in Frage gestellt wird. Auffordern etwas zu ändern ist ja wichtig, die Dinge zu hinterfragen auch. Immer in die Tiefe gehen... zum eine Seelen-Tiefsee-Tauchfahrt zum Kern der Dinge, was meinem Leben zugrunde liegt - und es ist einfach zuviel. Und bitte nicht jedes Mal. Es kommt mir manchmal wirklich wie Instant-Healing in einem Abend vor und wir machen einen neuen Menschen in drei Stunden.
Das wird dann wirklich zu arg!
Irgendwie brauche ich auch Verschnaufpausen.
Obwohl die Themen definitiv mit mir zu tun haben.
Allerdings habe ich auch den Punkt verpasst, da aus der Diskussion auszusteigen, ein Grundproblem es abzugrenzen.
Im Nachhinein betrachtet wundert es mich nicht, dass ich vor dem Treffen plötzlich Kopfschmerzen bekommen habe.
Eulenfluege - 20. Aug, 11:39
Himmel (und Erde), waren diese Tage zu Ende des letzten und zu Anfang dieses Monats schön, ich reiste ziemlich in der Schweiz rum und habe erst wieder gemerkt, welch traumhafte Ecken es hat.
Als ich dann aus dem Zugfenster sah, waren da diese unglaublichen Farben, intensives Grün, besonders wenn dieses seltsam goldene, traumhaft intensive Licht durch eine dunkel-grau-schwarze Wolkendecke Bäume, Felder, Hecken, Strassen, Gärten, Hügel, ja auch eine Menge Menschenwerk in Beton küsst, erstrahlen lässt, sehr klar und satt leuchten lässt... diese Momente waren für mich wieder eine Rückbesinnung, Momente in denen ich mich wieder einmal verwurzelt habe, in dieser Schönheit vor der Haustür - Ok, gilt nicht gerade für diesen vielen Beton und die Zersiedlung. Das nimmt der Sache aber den Zauber nicht, es war ein wenig ein Heimkommen, weil ich irgendwie in all dem Stress und funktionieren diesen Zauber der Natur vergessen habe... Es fiel mir dann ein Stein, einige Steine vom Herzen und ich konnte viel freier Atmen und das Licht breitete sich in mir aus.
Auftanken, Atmen, wieder bei mir sein, ganz in mir sein
Davon zehre ich wieder und ja, eine ganz eigene, sanfte Kraft wie Balsam hatten für mich auch diese Regentage, die hinter uns liegen. Es war in diesem steten Regen und dem Geräusch ein solcher Friede, die Welt wirkte geheimnisvoll, als könne in diesem Grau und Zwielicht ein Schritt schon in eine ander(s)Welt führen.
Lächeln, den Moment geniessen, loslassen, spüren, geborgen sein
Eulenfluege - 13. Aug, 23:27
Momentan versinke ich in dem Genuss den neusten Roman einer meiner Lieblingsautorinnen zu lesen. Wieder einmal ist ein intensiv gelebter, nachdenklicher, bildgewaltiger, geschichtskundig eine facettenreiche Fantasy-Welt erschaffender Roman, der zugleich wundervoll, verstörend und stimmig ist.
Es reisst mich mit, lässt mich fühlen wie salziger Wind durchs Haar weht, wie das Herz fast an Wahnsinn und Intrige scheitert, ist unendlich sinnlich... wunderschön, voller besonderer und noch besonderer Momente.
Welches Buch und welche Autor ich meine?
Kushiel's Mercy von Jacqueline Carey, der insgesamt sechste Band über Terre d'Ange, gerade erst im amerikanischen Hardcover erschienen. Wer die Bücher kennt, weiss, dass sie vielleicht nicht für jeden Geschmack etwas sind, da einige Szenen des Schlafzimmers sehr detailliert und auch speziellere Spielarten beschrieben werden. Vielleicht ist die Kunst der Autorin, es dieses Zusammenkommen jenseits von Klischees und platten Figuren zum Leben zu erwecken.
Einfach, weil sie schreiben kann - einfach, weil sie gelebt hat - einfach, weil sie etwas zu erzählen hat.
Übrigens wurden die beiden ersten Bände der ersten Trilogie neu ins Deutsche übersetzt. der Dritte erscheint bald, angekündigt ist er für nächsten Monat.
Erhältlich im Egmont Lyx Verlag
Band 1 : Kushiel - Das Zeichen ; ISBN 978-3-8025-8120-5
Band 2 : Kushiel - Der Verrat ; ISBN 978-3-8025-8121-2
Band 3 : Kushiel - Die Erlösung ; ISBN 978-8025-8122-9
Oh, ich weiss, dass das NICHT die richtige Art der Bibliografie ist, ich habe nur die schöne Freiheit, das hier nicht richtig machen zu müssen.
Jedenfalls lohnt es sich, die Bücher auf Englisch zu lesen, was ich schon mehrmals gemacht habe, dennoch habe ich doch schon einige Nuancen und Zusammenhänge überlesen, die Übersetzung war da sehr hilfreich.
Jedenfalls füge ich unten noch die Englischen Titel ohne ISBN ein, für Details fragen sie einen Bücherkatalog oder Buchhändler ihres Vertrauens!
Äh, ja, ist vielleicht nicht so lustig, wie ich es halte, befürchte ich.
Hihi.
(Bin kindisch...)
Jacqueline Carey:
Erste Trilogie - Kushiel's Legacy
Kushiel's Dart
Kushiel's Chosen
Kushiel's Avatar
Zweite Trilogie - Imriel
Kushiel's Scion
Kushiel's Justice
Kushiel's Mercy
Eulenfluege - 13. Aug, 22:57
...vergeht, in der Hitze scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Das kann wirklich herrlich sein, sofern man nichts tun muss, sich dafür dem Moment hingeben kann. Es geniessen kann, dass die Muskeln sich entspannen, das ein kühler Hauch die feuchte Haut küsst und man das Gefühl hat, dass selbst die Bewegungen fliessen.
Da es ja heisst, dass der Moment die Ewigkeit enthält, also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, somit ist das Verweilen im Moment alle Zeit, also wenn man sich alle Zeit der Welt lässt, hat man auch alle Zeit der Welt...
Hier höre ich aber auf mit schreibseln, sonst noch mehr komisches raus.
Eulenfluege - 29. Jul, 18:49
also mal wieder so eine Bestandesaufnahme
Ich bin...
romantisch
kritisch,
eigensinnig,
sinnend bis der Kopf Karussell fährt,
neugierig und sehnsüchtig nach Leben,
in die Tiefe gehend,
das Sein suchend ohne das Scheinen der Sonne zu verleugnen ;)
melancholisch, sehr... die Intensivierung des Gefühls,
Emotionen wagend,
verängstigt, weil der Panzer ums Herz langsam bricht,
bröckelt um wieder wachsen zu können,
ACHTUNG KIIIIIITSCHIG! (bin ich auch),
somit Kitsch mögend und fürchtend...
widersprüchlich,
unsicher,
selbstbewusst,
atmend...
- und im Atmen ist Frieden und die Welt,
sagen zumindest einige die von Meditation was verstehen...
so schön manchmal einfach den Moment zu geniessen...
Dreimal gemütlich, langsam und sehr genüsslich ein- und ausatmen, Zeit haben ganz bei sich zu sein und den Körper bis in die Zehenspitzen spüren... oh, wenn wir gleich dabei sind, da kann man auch wunderbar mit den Zehen wackeln - Lachen ist schliesslich auch wichtig! Einfach mal Freude haben.
Solche kleinen Dinge bereichern, die Momente sich ganz ohne Müssen gut zu fühlen.
Eulenfluege - 16. Jul, 15:28
Ich höre meinen Gedanken zu, lese von mir Geschriebenes und begegne immer wieder dem Begriff Stillstand... die Suche nach dem Gegenteil
Sehnsucht nach einem Fortschritt
nach Dynamik statt Stillstand
damit Leben möglich ist
Wo bleibt dabei das Ausruhen?
Also, umsehen, weitergehen...
oder so...
Eulenfluege - 16. Jul, 03:01
Liebe ist ohne Bedingung, sie ist. Für sich.
Wenn ich jetzt auch noch wunderschön sage, wird es endgültig kitschig. Daher lasse ich es, Phrasen zu dreschen. Dennoch bleibt mir eines zu sagen: Das Gefühl selbst hat seine Berechtigung, auch wenn es auf keine Beziehung hinaus läuft.
Sie ist, ohne Bedingung.
Nicht zu fühlen wäre schrecklich leer.
(Und ja, vielleicht schreibt man so etwas nur im Liebeskummer. Trotzdem versuche ich mich selbst auch immer wieder daran zu erinnern. Trotz schmerzlicher Gefühle, liegt doch dahinter etwas… etwas das kein Wort beschreiben kann. Um Kitsch zu vermeiden stoppe ich hier.)
Eulenfluege - 15. Jul, 19:48
Ich bin gerade schrecklich nostalgisch… ich entsinne mich an alte Freunde, intensive Gespräche. Es war so schön, ein scheinbar so friedvoller Raum, in dem alles besser schien. Dieses altmodische „früher war es so toll“ bietet sich an. Manchmal möchte man dorthin zurück, an jenem Fleck und in diesem Zustand weitermachen.
Das geht nicht, was ist auch gut so, denn es wäre nur Stillstand. Vielmehr sollte man das Gute und das, wie es so schön heisst, Befruchtende, mitnehmen und wieder in das eigene Leben integrieren.
Jetzt eine gute Zeit haben.
Eulenfluege - 13. Jul, 18:04
Genau das, ein verdammt komisches Gefühl, kommt bei mir auf, wenn ich den Ton betrachte, der gegenüber politischen Gegnern der SVP hier in der Schweiz angeschlagen wird. Es ist wirklich immens, wie manchmal schon fast diffamiert wird.
Ein Beispiel für eine gewisse Systematik anzugreifen, zeigte sich in Bezug auf die Solidaritätsbekundungen für die Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf bei der diesen Frühling Tausende und Abertausende dort gemeinsam standen. Der Protest gegen persönliche Angriffe wurde da laut, gegen das Unbehagen eines Absolutheitsanspruch gewisser SVP-Politiker - der ganze Bundesplatz war voller Menschen verschiedener politischer Standpunkte. Links, rechts (ja, auch SVPler) und der politischen Mitte wie es so schön heisst.
Die Reaktion der SVP als Partei war ein nonchalantes (und hier aus der Erinnerung aufgeschriebenes, der Wortlaut mag also nicht stimmen), dass ihre Mitglieder sicher nicht unter der WOche die Zeit hätten zu demonstrieren, schliesslichen müssten diese Leute arbeiten. Nun, was heisst das? Es scheint implizit zu auszusagen, dass die Demonstrierenden also Faulenzer seien und nicht arbeiten, sondern profitieren würde. Das wurde von Toni Brunner im Laufe des Gespräches nochmals angetönt.
Ein weiteres Beispiel ist - dabei kommt vielleicht schon fast eine Paranoia zum Zug - dass die konservative 'Weltwoche' ein anderes Mitglied des Bundesrats, die SP Bundesrätin Micheline Calmy-Rey in der neuen Ausgabe als die (für die Aussenpolitik) "für die Führung ihres Amtes ungeeignetste" (Zitat aus dem Kommentar auf Seite 11 der Nummer 27).
Das ist eine Meinung, das ist auch gut, dass Meinungen frei geäussert werden können. ABER: Wieso wird ausgerechnet diese Ausgabe dann als Werbung im Bahnhof frei verteilt?
Hier beginnt eben dieses unangenehme Gefühl... gerade das wird so von sehr vielen gelesen, da es auch gratis ist. Ja, da ist dann dieses schlimme Gefühl, ein Unwohlsein kommt auf.
Ein Unwohlsein darüber, wie stark in der Politik angegriffen wird, wie stark abgegriffen wird, wie wenig ein Zusammenarbeiten um gemeinsam Lösungen zu finden gegenüber eines Grabenkrieges politisches Absolutismen und dem Anspruch die wahre Schweiz, was das auch sein soll, zu verteidigen.
Kritik scheint immer unerwünschter, ganze Parteisektionen werden wenn sie nicht linientreu sind, nicht den Oberen gehorchen, ausgeschlossen. Was soll das?
Dieses vögtische Regieren und das harsche Ton einer Opposition sein wollenden Partei, die gegen das Menschenrecht der freien Meinungsäusserung zu sein scheint, macht mir Angst. Abgesehen davon, dass sie Flüchtlingen sowieso schon die Menschenrechte aberkennt. Siehe die Problematik der Papierlosen.
Zugegeben, anderes Thema, ich mache ganz schön viele Gedankensprünge, dennoch will ich es auch niederschreiben: Wenn jemand politisch verfolgt wurde, festgenommen, ohne Prozess festgehalten, gefoltert, misshandelt oder gar vergewaltigt wurde und plötzlich die Chance zur Flucht vor der Regierung hat, kann diese Person ja irgendwie schlecht zu der Polizei gehen und die Ausstellung ordentlicher Papiere, also Pass und vielleicht die Geburtsurkunde verlangen. Wenn das Haus, die Hütte in Brand gesetzt wurden, jemand vielleicht per Zufall von Freunden oder Nachbarn abgefangen wurde, gerettet, aber eben nicht mehr nach Hause Papiere oder geschweige den Reisegepäck, Wasser oder sonst was holen konnte, ist diese Person dann ein Verbrecher?!
Meiner Meinung ist das eine Verkennung der Tatsachen unsererseits.
Und ja, es gibt auch Wirtschaftsflüchtlinge... wäre aber schonmal hilfreich, wenn wir nicht die Wirtschaft durch Billigexporte in Länder der 'Dritten Welt' ruinieren würden. Zudem oft nur Eliten von Projekten profitieren.
Oje, ich bin ganz schön politisch geworden. Sorry an die, die es vielleicht lesen. Dennoch muss es manchmal einfach geschrieben werden.
Eulenfluege - 4. Jul, 17:54
Immer wieder einmal habe bin ich dem Namen Albert Camus begegnet und las seinen Roman "Die Pest" (sehr empfehlenswert).
Jedenfalls geniesse ich gerade eine Biografie über ihn und fand darin ein Zitat, das mich einfach aufgrund der Leidenschaft und der Poesie vom Hocker gerissen hat:
"Das brünstige Tier der Begierde, das lauernd in den Lenden ruht und sich mit wilder Sanftheit regt."
Eulenfluege - 28. Jun, 12:24
Irgendwie scheint es jetzt wirklich besser zu laufen und hoffentlich jetzt zu klappen.
Dann zumindest habe ich - was ich tatsächlich gut finde - eine Ausrede weniger!
Also schreiben wir mal los!
Eulenfluege - 28. Jun, 12:11
... und nichts schreiben - das mache ich hier ja, nichts, zumindest bis auf wenige Ausnahmen, weil ich es nicht auf die Reihe bekomme, dass die Beiträge sinnvoll angezeigt werden. Man sieht ja das neue nicht sofort, keine Ahnung wieso.
Ausserdem schlägt hier oft diese Angst vor dem leeren Platz bzw. Bildschirm zu, es erscheint so gewaltig etwas sinnvolles hinzuschreiben, damit es die Gedanken wiedergeben kann, zumindest halbwegs sinnvoll nachahmen.
Nicht wirklich einfach.
Ausserdem scheine ich manchmal diese Arbeit zu scheuen.
Komisch, dass etwas, das ich so gerne mache, so sehr stresst.
Ist wohl eine Konstante in meinem Leben
Eulenfluege - 28. Jun, 11:51