Duden und die Schlieren (und Farben)
Kleines Detail am Rande, ich gebe nur unvollkommen Gehörtes wieder, was mir leid tut...
Konrad Duden wurde Ende des 19. Jahrhunderts die kreative Vielfalt der deutschen Rechtschreibung zuviel, zu unklar war sie und es war ihm ein Anliegen, eine klare Regelung zu finden.
Er sammelte also klare Angaben in einem Nachschlagewerk, unter seinem Namen ist auch heute noch in unseren Bücherregalen, auf CD-Roms, im Internet und handlichen Immer-Dabei-Sei-Elektronik-Dingern zu finden - eben der sprichwörtliche Duden.
Das Ganze ist in zwölf Bänden und x Auflagen zu finden, gerade in den letzten Jahren, nachdem ordentlich rechtschreibreformiert wird und die Menschen endgültig verwirrt sind.
Vor allem wird es für die Kinder immer schwieriger, denn nun genau zu wissen, wie man den schreibt, wie man es lernt und mancher Hausaufgabenhelfer mag sich das Haar raufen.
Jedenfalls sitz ich hier, hab da Eindrücke und Gedanken über Wissen zusammen gefasst, fand diesen wunderbaren Titel - Schlieren - der dieses schwer in Wörter zu pressende Kribbeln beschreibt... ganz verzweifelt plötzlich, weil ich nun vollkommen verunsichert war, wie es denn nun geschrieben wird - und es war grad nichts greifbar, das mir Sicherheit bei diesen Schlieren gab.
Denn mich wurmt es, dass meine Rechtschreibung immer schlechter wird, je mehr ich mich damit befasse, je mehr Möglichkeiten ich habe, mich schlau zu machen.
Ist Schlieren nun das richtige Wort, für dieses Phänomen am Fenster, wenn Regen über die Scheibe läuft und sich immer neue Bahnen sucht und sich gar das Licht in Farben spaltet, wenn sich die Sonne zwischen den Wolken hervortraut? Eben dieses Ding, wenn die Sicht zugleich klarer wird und sich verschwommen zeigt, weil durch den Film, die Schlieren, plötzlich alles anders aussieht, neu, unsere Faszination gewinnt...
Oder ist Schlieren denn nun ein Ort, dessen Name ich auf Zugreisen zu oft weiss auf blau gesehen habe und nun nicht mehr weiss, wie es richtig heisst und geschrieben stehen sollte?
Keine Ahnung, doch mir kommt es vor, dass Wissen Inspiration ist, die solchen Schlieren gleicht, zart und vergänglich und als scheinbar ewiger Moment, der die Farben des Regenbogens hervorbringt, die uns die Wissenschaft mit Lichtbrechung beschreibt und uns ein ganzes Spektrum eröffnet.
Trotzdem sind Schlieren von Öl in Pfützen doch ein staunenswerter Anblick, der uns an so vieles erinnern kann.
Oder ein verzaubertes Fenster, oder hauchfein kaum Greifbares.
- und nein, ich bin nicht besoffen, ich habe mich nur der Philosophie und Hannah Arendt im Speziellen gewidmet und bin trunken von neuen Horizonten!
Konrad Duden wurde Ende des 19. Jahrhunderts die kreative Vielfalt der deutschen Rechtschreibung zuviel, zu unklar war sie und es war ihm ein Anliegen, eine klare Regelung zu finden.
Er sammelte also klare Angaben in einem Nachschlagewerk, unter seinem Namen ist auch heute noch in unseren Bücherregalen, auf CD-Roms, im Internet und handlichen Immer-Dabei-Sei-Elektronik-Dingern zu finden - eben der sprichwörtliche Duden.
Das Ganze ist in zwölf Bänden und x Auflagen zu finden, gerade in den letzten Jahren, nachdem ordentlich rechtschreibreformiert wird und die Menschen endgültig verwirrt sind.
Vor allem wird es für die Kinder immer schwieriger, denn nun genau zu wissen, wie man den schreibt, wie man es lernt und mancher Hausaufgabenhelfer mag sich das Haar raufen.
Jedenfalls sitz ich hier, hab da Eindrücke und Gedanken über Wissen zusammen gefasst, fand diesen wunderbaren Titel - Schlieren - der dieses schwer in Wörter zu pressende Kribbeln beschreibt... ganz verzweifelt plötzlich, weil ich nun vollkommen verunsichert war, wie es denn nun geschrieben wird - und es war grad nichts greifbar, das mir Sicherheit bei diesen Schlieren gab.
Denn mich wurmt es, dass meine Rechtschreibung immer schlechter wird, je mehr ich mich damit befasse, je mehr Möglichkeiten ich habe, mich schlau zu machen.
Ist Schlieren nun das richtige Wort, für dieses Phänomen am Fenster, wenn Regen über die Scheibe läuft und sich immer neue Bahnen sucht und sich gar das Licht in Farben spaltet, wenn sich die Sonne zwischen den Wolken hervortraut? Eben dieses Ding, wenn die Sicht zugleich klarer wird und sich verschwommen zeigt, weil durch den Film, die Schlieren, plötzlich alles anders aussieht, neu, unsere Faszination gewinnt...
Oder ist Schlieren denn nun ein Ort, dessen Name ich auf Zugreisen zu oft weiss auf blau gesehen habe und nun nicht mehr weiss, wie es richtig heisst und geschrieben stehen sollte?
Keine Ahnung, doch mir kommt es vor, dass Wissen Inspiration ist, die solchen Schlieren gleicht, zart und vergänglich und als scheinbar ewiger Moment, der die Farben des Regenbogens hervorbringt, die uns die Wissenschaft mit Lichtbrechung beschreibt und uns ein ganzes Spektrum eröffnet.
Trotzdem sind Schlieren von Öl in Pfützen doch ein staunenswerter Anblick, der uns an so vieles erinnern kann.
Oder ein verzaubertes Fenster, oder hauchfein kaum Greifbares.
- und nein, ich bin nicht besoffen, ich habe mich nur der Philosophie und Hannah Arendt im Speziellen gewidmet und bin trunken von neuen Horizonten!
Eulenfluege - 15. Aug, 01:25

@Eulenfluege
PS: Lese grade Kant. Da weht die Nüchternheit meiner Antwort her. :)
Ein sehr langer und unvollständiger Text…
Ja, die liebe Philosophie – seit Jahrtausenden versuchen wir Menschen mehr oder minder Erkenntnis zu gewinnen. Naja, zumindest dann, wenn wir grad nicht mit überleben und Nahrungsbeschaffung beschäftigt sind. Oder der Meinung sind, uns die Schädel einschlagen zu müssen.
Nun, Philosophie definiert sich ja unter anderem (bin ja sehr unvollständig in der Schreibe) als ein Streben nach Wissen, ja vielleicht Weisheit. Als „Liebe zur Weisheit“.
Ach ja, mein winziges Wesen bewundert sie, die Vielgeliebte, die grossartige Weisheit.
Sicherlich wurde auch in den Bestrebungen der Weiterentwicklung auch definiert, dass sie mehr als diese Liebe sein soll (siehe Hegel), nämlich Wissen werden soll. In meinen Augen allerdings unmöglich, denn je mehr die Menschheit zu wissen glaubt, umso mehr verstehen wir, was wir nicht erfassen.
Grundsätzlich ist eine Annäherung und der Versuch umso wichtiger. (Ja, auch wenn ich Yoda (Star Wars, hihi) und x anderen damit widerspreche *hüstel*)
Philosophie bringt uns weiter, fasziniert seit Jahrtausenden, wenn auch ihre Anfänge vor allem bei den Griechen gesehen werden, sie ist eben diese Geisteswissenschaft, die in Höhen und Abgründe führen kann, sich ganz eigener Definitionen erschafft, Grabenkämpfe und Lernen. In Ihr findet man Hoffnung und Verzweiflung, Inspiration sich zu verbessern und das den Menschen abzuschreiben.
Ja, in diesen jahrhunderten der Philosophiegeschichte gab es unzählige Strömungen, sich widersprechende Schulen, unterschiedliche Ansätze, das dieses kleine, chaotische Buchhändlerwesen hier nicht einmal annähernd eine Ahnung vom Ausmass hat.)
Philosophie ist sicherlich eine der Möglichkeiten, die grossen Sinnfragen zu beantworten, Mystik, Religion(en), Theologie, Politik und (Natur-)Wissenschaft sind andere Wege und manchmal frage ich mich, ob die sich denn wirklich so sehr widersprechen.
Manches ist einfach vom Standpunkt und der Weltsicht geprägt, manchmal meint man eigentlich ziemlich Ähnliches.
Das sehen sicherlich einige Leute anders, zum Glück darf man heute auch abweichende Meinungen äussern. Immer wieder bin ich froh darum. Denn eigensinnig und eigene Wege gehend bin ich alle mal.
Manchmal merke ich auch, dass ich eine ganz eigene Sprache entwickle Dinge zu beschreiben, weil ich eigene Definitionen erstelle für mich, weil es irgendwie wieder einmal passiert ist, dass die Gedanken mit mir durchgehen und ich mit Sicherheit so einen Geistesritt genossen habe.
Einiges, das ich schreibe, lässt sich sicherlich dadurch mit erklären, dass es mir wichtig ist, die verschiedenen Ebenen des Lebens, Sinne und Gedanken, Gefühle und Intuition, Verstand und Körper zusammenzubringen, weil ich sie nicht als getrennt, sondern sich ergänzend und letztlich mehr als die Summe der Teile zu betrachten.
Erwarten mag ich im eigentlichen Sinne nichts, denn es geht mir darum, eine Art Spiegel meines Erlebens zu haben, durch das reflektieren merke ich jedoch, dass ich plötzlich Muster erkenne, manches klarer wird.
Diesem grossen Wort Erkenntnis will ich mich nicht bewusst annähern oder es beanspruchen, es hat einfach Zeit für mich, vielleicht ist es eine Art von Ziel, doch ist mir der Weg mindestens eben so wichtig. So Erfahrenes und Erblicktes bilden einen Reichtum im Innenleben, den einem niemand nehmen kann – und dies macht mich glücklich. Nicht um zu repräsentieren, sondern um zu sein und zu wachsen.
Zu lernen und zu reifen, Verantwortung für sich zu übernehmen, in eine Mündigkeit des Geistes zu kommen, das sind gerade Punkte, die ich mir von meiner spärlichen Kantlektüre mitgenommen habe – als grosse Bewundererin der Humanisten ist er ja, die Geistesgrösse Kant, sehr wichtig. Leider muss ich zugeben, dass ich ihn mir immer wieder aufhebe und noch nicht dazu komme… aber es ist schön, sich auf etwas zu freuen.
Natürlich habe ich ihn auszugsweise gelesen, allerdings kein vollständiges Werk, noch nicht, ein Grund war sicherlich mangelnde Muse, teilweise ist es aber so, dass man sich vielleicht zuerst soweit selber finden muss, angeregt teilweise vielleicht nur durch einzelne Zitate, die sich in Jahren durch die Hirnwindungen und Gefühlswelt schlängeln, bis man ihre Dimension zu verstehen anfängt.
So geht es mir mit Kant und eben sein wohl berühmtestes Zitat über den „Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit“. (Das ich mir übrigens in sämtliche Agendas geschrieben habe und das auch in meiner Küche hängt, weil es mir im Alltag wirklich viel bringt – und Ansporn ist.)
Ein weiterer, immer wieder wichtiger Einfluss ist der Feminismus für mich.
Aufgrund der Tatsache weiblich zu sein, ist mein Erleben in der Gesellschaft teilweise natürlich auch anders, auf dem Land aufgewachsen mag ich die Rollenbilder vielleicht auch stärker erlebt haben.
Gerade deswegen ist es mir jedoch wichtig, auch Mensch zu sein. Deswegen ist es wichtig, dass Gleichberechtigung und Emanzipation in vielerlei Hinsicht herrscht, seien es Frauen, die den Männern gleichgestellt werden oder unterschiedliche Kulturen oder Typen wie beispielsweise die Hautfarbe.
Es bedeutet die Achtung der Unterschiede innerhalb des Rahmens der Menschenrechte, einer grundsätzlichen Ethik.
Denn die Freiheit des einen reicht soweit, wie die Freiheit eines anderen nicht eingeschränkt wird. (auch ein „geklauter“ Gedanke!)
Für den inflationären Gebrauch des Wortes ich möchte ich mich entschuldigen, es ist dieses Dilemma zwischen dem formulieren der individuellen Sicht, die keinen Anspruch auf Gültigkeit hat und dem selbstüberschätzenden Egoismus.
Nein, gelöst ist es noch keineswegs, diese Klemme.